Neue hytte, neues Glück - dachten wir am letzten Wochenende und wurden nicht enttäuscht. Ein gar nicht langer und kaum anstrengender Weg mit viel mehr Gepäck als beim letzen Mal, da die Tour diesmal drei und nicht zwei Tage dauern sollte, war schnell erledigt und das wahre hytteliv (?) wartete auf uns (((:
Los gehts diesmal in Lundamo. Besseres Vorzeichen als Klæbu oder Brøttem, da sehr viel weniger einsam und verlassen. Regen gabs da aber genau so viel.
Geilerweise alles voller Nebel. Oh ich LIEBE Nebel so!!! Warum sind Nebelfotos eigentlich immer so viel langweiliger als in Wirklichkeit? Voll schade, es war nämlich der Hammer da!
Fleißige Wanderer
Da der Weg zwar kurz
(Edit: 2Std 15Min, danke Lena!) war, wir aber so spät erst losgekommen sind, dass es bereits sehr dunkel war als wir ankamen, musste natürlich sofort
koselige Stimmung her:
Die diesesmal nicht nur größere, sondern vor allem wesentlich luxuriösere Flåkoia besaß - tadaaa - eine gut ausgestattete Küchenzeile...
...in der mal fix was auf dem leicht exzentrischen Gas
(Edit: nein, Benzin-)kocher gekocht wurde.
Spaghetti mit
Alfonso drauf selbstverständlich, schon jetzt eine Tradition bei uns!!! *g*
Vi har det jammen bra! Schööön, oder?
Da rechts oben hab ich geschlafen. Da das Ding laut Beschreibung 11 Menschen beherbergen können muss, gibt es eben zwei Etagen. Am zweiten Morgen bin ich übrigens aufgewacht, weil aller Ofenrauch da hochkam und man nicht mehr sooo gut atmen konnte. Dafür wars halt schön warm; man muss da abwägen, jaja.
DER Luxus schlechthin: ein HERZHÄUSCHEN!!! (Beim genaueren Hinsehen allerdings ein
Teufelhäuschen; nein ich war das nicht, das war schon so) Ich als nur mäßig begabter In-freier-Natur-Pinkler war natürlich auf der Stelle verliebt!
Zweisitzig noch dazu, ungemein geräumig und mit Teelichtern, Tatsache. Ist übrigens kein A-a auf dem Boden, sondern Matsch von unseren Schuhen. Glaub ich.
Hoff ich.
Außer prolligem Klo ebenfalls vorhanden: wunderschöne Aussicht auf den See direkt vorm und weit ums Haus:
Und wenn man den Weg zurück vergisst, schaut man am Materpfahl nach.
Ein Glück, dass Stefan H. vor uns da war und wir so direkt wussten, dass es nach "Mynster" nach rechts geht.
Ein paar waren mutig, z.B. T. Ich in der Theorie auch, aber leider über Nacht halsschmerzig geworden, also in der Praxis nix eisiges Wasser für Catha ):
Die vorherigen Menschen auf der hytte waren solche Tussis, dass sie nicht nur Kocher und Lampen nicht aufgefüllt, sondern auch kein Holz gehackt haben. Verärgert über diesen üblen Verstoß gegen das Hüttengesetz, gleichzeitig aber erfreut über die spannende Aufgabe, die sich uns durch letzteres Vergehen stellte, schritten eben
wir zur Tat, oder zu vielen Taten. Das war lustig!
Diese bärenstarken Frauen hier haben selbstverständlich gerade KEINEN BAUM GEFÄLLT, denn das ist streng verboten, und verbotene Dinge tut man nicht, pfui. Nein, sie posieren einfach so aus Coolness mit irgend einer Axt an irgend einem Baumstumpf und tun so, als würden sie sich über irgendwas Banales - aber natürlich AUF KEINEN FALL EINEN SELBSTGEFÄLLTEN BAUM! - freuen *räusper*
ZUFÄLLIG im Wald RUMLIEGENDE Baumstämme werden stattdessen herangeschafft.
Profis unter sich
Stärkung! Es gibt Reis, der ungefähr drei Stunden auf dem exzentrischen Kocher verbringen musste, um gar zu werden, und die letzten Blaubeeren der 'Sesong' (norw.). Praktischer Tipp zum Nachmachen für den Farbenfreund: Blasen an den Fingern, die man sich z.B. bei Waldarbeiten -AUSSER BAUMFÄLLEN- zuzieht, werden lustig lila, wenn man anschließend Blaubeeren pflückt. So bei mir, Foto hab ich vergessen.
Thomas und Claudia
Kai und Clemens (Suchbild: Was ist hier falsch? Genau, der Nackidei! Da mit uns Sieben die Elferhütte noch nicht voll war, kamen Samstag vier mehr oder weniger naturverbundene Norweger dazu, einer davon hier zu sehen)
T. und Lena
Mit dem neuen GEFUNDENEN Holz wirds für die Nacht schon mal
koselig gemacht.
Wir gehen nämlich inzwischen ans Lagerfeuer.
So lässig es aussehen mag:
So werden die pølse bis auf die untere nix.
Aber so!
So norwegisches Essen, dass es norwegischer nicht geht: PØLSEBRØD!!!
Dazu Folienkartoffeln direkt vom Feuer aufn Teller mit geilem Dipp, mjamjamjam.
Wunderschöner Lagerfeuerabend trotz Regen und Kälte *hach*. Jau, wir hattens schon gut.
Nächster Morgen - Bootstour mit hauseigenem, leckendem (heißt das eigentlich wirklich so? Igitt...) Boot und faszinierender Aussicht. Fotos geklaut, da selbst nicht dabei.
Aufbruch
Und wieder tolle Landschaft. Ist ja eigentlich überall so hier.
Für die letzten Stunden der Tour noch ein paar Highlights:
lahmarschige Kühe, die es putzigerweise irgendwann aus lauter "Hilfe, eine deutsche regenjackige Wandergruppe verfolgt uns"-Verzweiflung fertigbrachten, völlig unkoordiniert über einen Bach mitten ins Moor zu hüpfen...
...beim Fachsimpeln lustig aussehende Jungens...
...und sooo schöne Blicke ins wieder mit Tausenden von Grüntönen prahlende Tal!!!
Lieblingsfoto diesesmal: Warten auf den Bus, weil wir trotz genauester Wegberechnungen nicht genug geklüngelt und zu wenige Kekspausen gemacht haben und so eine Stunde zu früh an der Haltestelle sind (;
*) Ich möchte darum bitten, meinen - ich sag mal
unglaublich kreativen Überschriften auch Beachtung zu schenken. Ausnahmsweise habe ich nämlich mal nicht den erstbesten Blödsinn geschrieben, der mir grad eingefallen ist, wie sonst immer, sondern richtig lange drüber nachgedacht und MANN ist diese gut!!!
Und wo ich grad bei großen Worten bin, möchte ich hier eine bahnbrechende Weisheit für die Menschheit hinterlassen:
"Ein Buch wählt seine Sprache selber." Weitersagen.