Montag, 31. Dezember 2007

Tschüss sagen


...bestand im Wesentlichen aus drei Komponenten, so finde ich:

- packen; unfassbar viele Dinge mussten in zwei Koffern und einem Rucksack untergebracht werden, ohne dass erstere ein Gewicht von je 20 kg und letzterer 15 kg wesentlich überschritten. Der Rest wurde zu großen Teilen mit der Post geschickt, zu meines Erachtens noch größeren Teilen weggeworfen oder, zum vielleicht größten Teil, an Bleibende verschenkt.

- putzen; die ganze Wohnung sollte mehr oder weniger sauber sein, so las man. Generell keine sooo unlösbare Aufgabe, beachtet man jedoch den Faktor Mitbewohner, so muss man einsehen, dass jedes noch so ergebnisreiche Putzen nicht lange so bleibt. Dafür strahlten am Ende das Fenster, der Holzbalken oben an der Decke, die Lampe, alle erdenklichen Oberflächen, Schubläden und Kanten, die Tür und die seltsame Lüftungsanlage (auch von innen!) in meinem Zimmer wie neu. Fast.

- treffen; alle und jeden, noch ein, zwei, drei Mal, zum Immer-wieder-verabschieden, -frohe-Weihnachten- und -guten-Rutsch-wünschen. Das fiel mal gar nicht so leicht.

Der letzte Tag war für mich nicht so richtig fassbar und ich kann mich an so wenig nur noch erinnern, aber im Großen und Ganzen muss er in etwa so ausgesehen haben:
- packen
- putzen
- packen
- Lena, Clemens, Kai, Thomas zu Besuch bekommen zum letzten gemeinsamen, gemütlichen Abend
- weiter packen
- weiter putzen
- gegen Mitternacht zu Niek gehen, dort noch mal Riikka treffen und knuddeln
- alle Alkoholvorräte vernichten
- einen halben Liter Kaffe-in-dem-der-Löffel-aber-sowasvon-steht von Niek bekommen zum Wachbleiben, was sowohl bei T. als auch bei mir zu wildem Kreislauf, grummeligem Magen und etwas wirrer Wahrnehmung für eine Weile führt
- rumgammeln und warten dass es später wird, dabei gelegentlich einnicken
- um 04.30 Uhr oder so herzergreifend tschüss sagen und zu Hause zuende packen/putzen
- die tausend Tonnen Gepäck und Übergepäck die fünf Treppen runterschleppen, damit einige Hundert Meter weiter übers Eis weiter zu Kai
- diesen, da ordentlich armverletzt, samt seinem samt unserem Gepäck ins Taxi um 06.00 Uhr befördern, das uns zum Flugbus bringt
- zum Flughafen, kein Übergepäck bezahlen müssen (Kai leider doch), warten, um 08.35 losfliegen und HAMMER Sonnenaufgang von über-den-Wolken sehen
- Oslo, -15°C, warten, Gepäck hin- und hertüddeln, von Jurij erfahren dass der Audi kaputt ist und er uns mit einem kleineren Leihwagen abholen muss, 12 Uhr irgendwas weiterfliegen
- kurz vor 14.00 Uhr in Hamburg ankommen, nicht ein einziges Mal abgestürzt sein, Kai + Gepäck in den Bus setzen, Jurij finden und Leihwagen erblicken: Ein schöner Citroën C1, etwas unbegeistert lachen
- drei Personen, drei sehr große und ein kleiner Koffer, zwei Rucksäcke, eine Laptoptasche (edit: ZWEI Laptoptaschen) und eine Handtasche finden trotz der äußerlichen winzigen Erscheinung des Wagens in Nullkommanix bequem darin Platz. Der vorherige Satz stimmt übrigens nur bis 'Handtasche'. Dass wir noch atmen konnten war auch alles.
- abends wieder zu Hause sein, immer noch nicht geschlafen haben
- Das war mein Auslandssemester. Tschüss.













Mittwoch, 26. Dezember 2007

Jul


FROHE WEIHNACHTEN!
Ja, auch in Norwegen ist Weihnachten, nur dass es da natürlich jul heißt. Und natürlich ist es bei "uns" auch ordentlich geschmückt; richtig kuschelig besinnlich gemütlich toll ist die Stadt.



Es gibt sogar einen Weihnachtsmarkt, aber der ist in der Tat sehr klein. Man schien aber ungemein stolz auf den zu sein.





Die Bibliothek leuchtet hübsch...



...und überall sonst sind auch Lichter, Lichter, Lichter.













Man hat tatsächlich alles wild beleuchtet, ob schön oder nicht, sei mal dahingestellt: Große Einkaufszentren...



...ganz winzig kleine Gässchen...



...und sogar um Olavs Säule flackern Kerzen.



Das Kaufhaus ist selbstverständlich auch tüchtig dekoriert:





UUUHUND: Wir haben eine Eisbahn mitten auf dem Markt!




Und auch wenn nun der Eindruck erweckt ist, schlichtweg alles wäre prollig und protzig weihnachtlich im Land der fünfthundertmeterhohen grünblinkenden Leuchtetannenbäume...



NEIN! Die Uni hat an Deko gespart. So sehr, dass es ein klitzekleines bisschen lächerlich geworden ist. Man stelle sich das Dragvoll-Gebäude als ein riesiges, weitläufiges Gebilde vor:



ES HAT NUR EINEN AUSGESPROCHEN KÜMMERLICHEN, ÜBERHAUPT NICHT GESCHMÜCKTEN UND EINEN AUSGESPROCHEN KÜMMERLICH GESCHMÜCKTEN TANNENBAUM ABBEKOMMEN!!!
Ich musste immer aus Mitleid lachen, wenn ich dran vorbeigegangen bin, sorry...




So, ich hoffe, ihr alle hattet und habt noch ein paar nette Tage, ob ihr nun Weihnachten feiert oder nicht! *wink*

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Elch


Obwohl ich nun schon wieder zu Hause bin, muss ich doch noch ein wenig nachtragen. Unsere Elch-Safari zum Beispiel. Letzten Samstag fanden wir nämlich, dass es mal an der Zeit ist für eine ausgedehnte tur, und diese führte mich zum ersten Mal in den Wald hinter Dragvoll. Und wie wunderwunderwunderschön es dort war!!! Der aufmerksame Leser mag den Grund erahnen: Nebel!
Aber zunächst mussten wir einige hundert Meter hinterlistig als Schnee getarntes Eis überwinden, oder vielleicht eher durchwinden, in das man nämlich immer und immerzu überraschend tief eingebrochen ist, stellenweise sogar fast bis zum Knie. Das war mal anstrengend.



Dann ging es in diesen mystischen Wald...



...fleißig bergrauf.



Schon bald fanden wir eine Loipe und folgten ihr ein Stück, was schon mal hübsche Aussichten mit sich brachte. Wenn man dann bisschen quer läuft, kommt man auf einen der höchsten Punkte und kann ganz ganz ganz traumhaft weit gucken und staunen (:













ELCHE!!! Die waren ja einer der Gründe für die Wanderung, und nun hab ich sie eeendlich mal live gesehen! Aber nur kurz und von weit weg; die sind dann leider schnell abgehauen.



Die nächsten Bilder sprechen irgendwie für sich. Über der gesamten Stadt lag wunderschön eisiger Nebel, den wir nun von oben betrachten konnten! Das war so unglaublich toll, dass ich glaub ich die meiste Zeit ziemlich sprachlos staunend und/oder vor Freude jauchzend umhergeeiert bin und es einfach nicht fassen konnte. Ich hoffe, ihr könnt das hier nachvollziehen.



















Der Abschied von all dem Zauberhaften fiel mir ganz schön schwer, aber wir wurden beim Abstieg mit fantastischen Eiskreationen belohnt (:













Unten gab es auch noch allerlei hübsches Gefrorenes, aber man konnte einfach nicht alles einfangen. Leider.





Dazu spielte der Nebel "Kuck mal ich kann ne Kante mitten in der Luft machen", was sehr schön aussah und auch sonst allerhand beschauliche Anblicke bot...







...bis ganz beeindruckend die Sonne unterging (ca. 14:30 Uhr) und eine immer noch johlende und vor unbeschreiblichen Eindrücken fast platzende Catha hinterließ.





Hoiiiiiiii toll toll toll freu freu freu alles super!!!
Die meisten Fotos sind von Niek, da sowohl meine Kamera als auch sämtliche 6 Akkus alle auf einmal den Geist aufgaben, als der Anblick oben grad am schönsten war. Ist ja immer so. Danke dafür.
Es folgen übrigens noch mindestens zwei weitere Blogeinträge; ich will euch ja keine Fotos vorenthalten. Also noch mal hierher wiederkommen bitte!